Archiv für die Kategorie „My Star Guest“
My Star Guest: Antje Babendererde
Interview mit Antje Babendererde
Hallo Antje! Für dieses Interview werde ich Ihnen zuerst Fragen Vereinsabende das Leben und die Lage der amerikanischer Indianer stellen, und erst danach Fragen zu Ihrer Person.
Welches Bild haben Deutsche, Ihrer Meinung nach, vom amerikanischen Indianer?
Ursprünglich ein sehr romantisches, von den Völkerschauen in Deutschland (1875-1931) und Karl Mays Winnetou-Romanen geprägtes Bild. Um 1960 herum entdeckte die Hippie-Bewegung die Indianer für sich, sie wurden zu Öko-Heiligen und spirituellen Heilsbringern. Inzwischen hat sich das Indianerbild – dank besserer Informationen in der Presse und im Fernsehen, Reisen ins Indianerland, sowie der Möglichkeit eigener Internet-Recherche – um einiges gewandelt. Das Interesse der Deutschen an den verschiedenen Indianervölkern ist weiterhin groß. Es wird gespendet und unterstützt, es werden Informationsveranstaltungen von Indianern besucht und die Leute reisen gerne ins Indianerland, um zu erfahren, wie es wirklich ist, das Indianerleben.
Was halten Sie von diesem Bild?
Wie schon gesagt, das Bild hat sich gewandelt. Es gibt diejenigen, die die Realität sehen, und diejenigen, die nicht aufhören wollen zu träumen. Manchmal ärgert mich die Ignoranz, das „Nicht-Sehen-Wollen“ – was den Indianern auch überhaupt nicht weiterhilft. Andererseits: Träumen ist nicht verboten.
Inwiefern ist es wichtig, dass Deutsche ein differenzierteres und wirklichkeitsnäheres Bild von den Indianern haben?
Eigentlich sollte man von allem im Leben ein differenziertes Bild haben – das bedeutet lernen, neugierig sein, die Augen nicht vor der Wirklichkeit verschließen. Was die Indianer angeht: Wenn Leute aus Europa mit den gängigen Vorstellungen im Kopf im Indianerland auftauchen, dann werden sie schnell Ziel indianischen Spottes. Wer den aushalten kann, der hat trotzdem seine Freude an der Begegnung und wird eben auf diese Art lernen. Aber einige Ureinwohner nutzen die Naivität der Reisenden auch aus und diese unangenehme Erfahrung ließe sich vermeiden. Außerdem finde ich es sehr wichtig, dass gerade junge Menschen in Deutschland über die derzeitige Situation der Ureinwohner in den USA Bescheid wissen. Die Vereinigten Staaten sind eine führende Industrienation und wie demokratisch ein Land ist, zeigt sich immer daran, wie es mit seinen Ureinwohnern bzw. anderen Minderheiten umgeht.
Viele deutsche Jugendliche absolvieren ein Austausch-Schuljahr in den USA. Wenn sie dort Indianern begegnen, sollten sie ein wenig über diese Menschen wissen.
Hegen die Indianer, Ihrer Erfahrung nach, Ressentiments gegen die Weißen für das, was sie in der Vergangenheit den Indianern angetan haben?
Ja, natürlich – das ist doch auch sehr verständlich. 120 Jahre sind zu kurz, um die schrecklichen Wunden zu heilen, das Trauma zu überwinden. Letztendlich kann man nur mit Vorbehalt von „Geschichte“ sprechen, denn der ungerechte Umgang der Amerikaner mit ihren Ureinwohnern geht weiter – nur auf andere Weise.
Aber die meisten Indianer wissen, dass sie, wenn sie eine Zukunft haben wollen, in dieser weißen Welt klarkommen müssen, und das nur gelingen wird, wenn Schluss ist mit Rassismus und Ressentiments. Eine schwierige Aufgabe für beide Seiten und noch ein langer Weg.
Einige Indianerstämme, wie die Hopi, einige Pueblos oder die Makah an der Nordwestküste, grenzen sich gezielt ab, verhalten sich jedoch Fremden gegenüber sehr souverän. Das funktioniert gut.
Zu den Indianer-Reservaten: Was halten Sie von der Art und Weise, wie sie geführt werden? Werden Reservat-Indianern genügend Autonomie gewährt oder werden sie eher gegängelt?
In den Reservaten haben die Indianer eine Selbstverwaltung, also eine Stammesregierung. Die Rechtssprechung dieser Regierung ist jedoch stark eingeschränkt und unterliegt in allen wichtigen Fragen den Gesetzen der Landesregierung. Viele Reservate – es gibt rund 300 in den USA – stehen immer noch unter Aufsicht des BIA (Amt für indianische Angelegenheiten) das 1824 gegründet wurde und damals noch dem Kriegsministerium der Vereinigten Staaten unterstellt war. Inzwischen ist es ein Innenministerium der USA und seine Leitung befindet sich seit 1965 in indianischer Hand. Nichtsdestotrotz handelt das BIA oft gegen die Interessen der Indianer und das Kürzel BIA steht unter den Reservatsindianern für „Bossing Indians Around“.
Sie haben seit Jahren Kontakt zu verschiedenen Indianerstämmen. Hat sich die Lage der Indianer in dieser Zeit merklich geändert? Wenn so, wie?
Ja, in vielen Reservaten, die ich immer wieder besuche, zeichnet sich eine Besserung ab. Die Veränderungen passieren langsam und kennzeichnen das jeweilige Volk in seinem Lebensraum. Ob der Lebensmut steigt, das Zusammengehörigkeitsgefühl wächst, die Zukunft ein erstrebenswerter Ort ist, das hängt von den äußeren Bedingungen, aber auch vom Wesen der Menschen ab.
Im Südwesten und Im Nordwesten gibt es Drogen- und Alkoholprobleme in den Reservaten und eine hohe Arbeitslosigkeit. Aber der Zusammenhalt der Menschen funktioniert, sie sind stolz auf ihre Herkunft und arbeiten an ihrer Zukunft – kämpfen für ihr Umwelt und bessere Lebensbedingungen.
In den Reservaten im mittleren Westen spüre ich nach wie vor eine lähmende Hoffnungslosigkeit. Aber in diesen Landstrichen geht es eben auch der weißen Unterschicht sehr schlecht.
Ist es wahr, was man liest, dass durch das Führen von Spielkasinos viele Indianerstämme reich geworden sind? Wenn so, wie beurteilen Sie diese Entwicklung?
Dass die Indianer versuchen, mit dem Betreiben von Spielcasinos Geld zu verdienen und Arbeitsplätze zu schaffen, halte ich für durchaus legitim. Die meisten haben gar keine anderen Möglichkeiten. Wichtig ist, wie das Geld letztendlich verwendet wird. Ich habe vor Jahren gehört, dass ein kleiner Stamm in Kalifornien seinen Angehörigen jedes Jahr 60 000 Dollar auszahlte. Dass das in die Hose gehen musste, war vorherzusehen.
Wenn das Geld aber in die Infrastruktur des Reservats, in solide Unternehmen und soziale Einrichtungen gesteckt wird und damit weitere Arbeitsplätze geschaffen werden, dann ist nichts dagegen einzuwenden.
Einige Stämme, wie die Navajao oder Hopi, haben sich gegen Casinos und Bingohallen entschieden, weil sie fürchten, dass ihre angeschlagene Kultur unter dem Geschäft mit dem Geld leiden würde. Ich finde diese Entscheidung sehr respektabel.
Wie beurteilen Sie den Einfluß des Tourismus auf die Lebensweise und Kultur der Indianer? Ist die Gefahr nicht gross, dass Indianer – durch Touristen-Einkommen verleitet – sich verbiegen lassen?
Das bleibt natürlich nicht aus, bei den Indianern wie bei allen Ureinwohnern auf der Welt. Leben ist Veränderung und auch Traditionen ändern sich.
Viele Stämme leben vom Tourismus. Unter den Verschiedenen Indianervölkern gibt es herausragende Künstler, die durch ihre Kunst auch ihr Anliegen transportieren: Wir sind noch da, unsere Kultur ist lebendig, wir haben etwas zu sagen und ihr könnt lernen von uns.
Wie weit sich die Indianer dem Tourismus öffnen, wie weit sie sich verbiegen lassen, liegt in ihrer Hand. Auch hier weiß ich, dass – gerade im Südwesten – einige Stämme Touristen nur zu einigen wenigen Anlässen und mit Sondergenehmigung auf ihr Stammesland lassen. Tatsächlich schützt diese Maßnahme die Einzigartigkeit der Kultur.
Worunter, Ihrer Meinung nach, leiden heutige Indianer am meisten?
Immer noch als Menschen zweiter Klasse angesehen zu werden von den weißen Amerikanern. Sogar die schwarze Bevölkerung der USA schaut oft auf die Ureinwohner herab.
Die traditionelle Lebensweise der Ureinwohner Amerikas (die von Volk zu Volk verschieden ist) funktioniert in der heutigen Zeit nur unter schwierigen Bedingungen, weil die Werte der westlichen Zivilisation ganz andere sind.
Die Kultur der Lakota zum Beispiel, die auf dem Zusammenhalt der Familie, basiert, auf Großzügigkeit – ist systematisch zerstört worden. Übrig geblieben sind orientierungslose Menschen, die keine Hoffnung mehr haben, keine Zukunft für sich sehen. Dass ihre Kinder sich selbst zerstören, darunter leiden die Lakota am meisten.
Was könnte Washington tun, um die Lage der Indianer zu verbessern?
Es gibt hunderte Programme, die von der Regierung unterstützt werden, Gelder für die Schulen und Colleges. Die Wohlfahrt, die die Menschen in den Reservaten erst recht lahmlegt, weil sie nicht mehr wissen, wie man etwas auf die Beine stellt, um die Misere zu beenden. Was eine Veränderung bringen könnte, darf nicht vom „Großen Vater“ aus Washington erwartet werden – auch ein Obama, den die Lakota „Black Eagle“ nennen, wird sie enttäuschen.
Es kann nur im Kleinen beginnen, bei den verschiedenen Indianervölkern selbst, an der Wurzel. Hier und da gelingt das schon.
Und jetzt zu Ihnen!
Haben Sie für sich – für Ihr tägliches Leben – etwas von der Lebens- und Denkweise der Indianer übernommen?
Ich versuche es. Auf manche Dinge gelassener zu reagieren beispielsweise. Oder nicht mehr zu versuchen, alles schaffen zu müssen. Anderen zuzuhören, ohne mir währenddessen schon auszudenken, was ich dazu zu sagen habe. Die Folgen meines Handelns nicht nur für mich und meine Familie abzuschätzen, sondern den Begriff „Familie“ zu erweitern, auf Tiere, Pflanzen und unseren wunderschönen Planeten Erde. Die größte Hürde dabei ist die Verleugnung.
Können Sie Ihre Schreibroutine beschreiben? Schreiben Sie nur morgens oder über den Tag verteilt? Wo schreiben Sie? Trinken Sie dabei viel Kaffee, etc.?
Wenn ich an einem Roman sitze, dann schreibe ich von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends, unterbrochen von einer Mittagspause. Aber das klappt natürlich nur selten. Ich habe Familie, ein großes altes Haus, Freunde.
Kaffee trinke ich zur Morgenzeitung und am Nachmittag, um noch einmal neuen Schwung für die zweite Arbeitsetappe zu bekommen.
Mein Arbeitsrhythmus richtet sich deshalb vor allem nach den Jahreszeiten. Von Januar bis März entsteht meistens ein neues Buch, denn da bin ich oft eingeschneit, halte keine Lesungen und kann gut arbeiten. Im April/Mai bin ich meist auf Lesereisen unterwegs, an schreiben ist dann kaum noch zu denken. Im Sommer bin ich jedes Jahr auf Recherche in den USA, und im Herbst kommen wieder die Lesereisen auf mich zu.
Bisher habe ich ausschließlich in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch geschrieben. Aber in diesem Jahr ist der Frühling überwältigend schön und ich bringe es nicht fertig, hinter zugezogenen Vorhängen zu sitzen. Also habe ich den Versuch gestartet, mit meinem Netbook im Schatten des Apfelbaumes zu arbeiten – und siehe da, es geht.
Wie haben Sie das schriftstellerisches Handwerk gelernt?
Durch lesen, lesen und nochmals lesen. Und schreiben, schreiben und immer weiter schreiben. Ein paar kluge Bücher waren hilfreich: „Romane und Kurzgeschichten schreiben“ von Alexander Steele, „Wie man einen verdammt guten Roman schreibt“ von James N. Frey, „Über das Schreiben“ von Sol Stein und nicht zuletzt, sehr amüsant: „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King.
Aber auch Kritiken von Kollegen helfen mir dabei, mein Handwerk zu verbessern.
Wie halten Sie es mit Sport bzw. Fitness?
Ein wunder Punkt. Wenn ich an einem Roman sitze, es mich so richtig gepackt hat, dann will ich auch dranbleiben und schreibe den ganzen Tag. Bei der Frage: Rausgehen und joggen oder weiterschreiben, entscheide ich mich oft für das Letztere. Aber ich arbeite an meinem Schweinehund, denn die ersten Folgen des vielen Sitzens vor dem Computer machen sich inzwischen bemerkbar.
Was für Musik hören Sie gern? Haben Sie eine Lieblingsband?
Rolling Stones, Neil Young, Joan Baez – die Musik der Sechziger. Aber auch die Musik alter DDR-Rockbands wie Renft, Karat, Lift. Und, nicht ganz so verstaubt: Anthony Hegarty, Amy Mc Donald, Indigo-Girls. Beim Schreiben allerdings, brauche ich absolute Ruhe.
Wer sind Ihre Lieblingsautoren/innen?
Ich lese gerne die Krimis von Deon Meyer und Minette Walters. Außerdem gibt es viele tolle Jugendbuchautoren. Ich lese viel und entdecke dabei immer wieder neue Liebelingsautoren.
Herzlichen Dank, Antje, dafür, dass Sie die Zeit genommen haben, um meine Fragen zu beantworten!
Tom Rob Smith
First of all, a self-conscious question: what kind of image does Germany have in England?
It’s difficult for me to judge an overall image: I haven’t done any surveys, or any research on the subject. I can only speak for my own view. I’ve had always had very close ties to Germany. My aunt lives in Frankfurt and I visited her as a child, spent time travelling through the country. I had a wonderful time, and that experience has continued now with the book tours, which have enabled me to visit some incredible cities and meet some very kind, generous and interesting people.
To be truthful, I’m not that interested in national stereotypes, which have always seem a little reductive.
What does the huge global impact of Child 44 and The Secret Speech mean to you?
It means I can now concentrate entirely on writing, and developing original ideas, rather than having to take on other jobs to pay the rent. That has been the biggest change, and one I feel privileged to experience. Writing while worrying about how to pay bills was difficult and whenever new writers get in touch with them, I always sympathize with them strongly.
You live in London. As a writer, do you feel that it’s advantageous living there or, given a choice, would you prefer to live elsewhere?
I love London. But I could easily manage living in other cities. I have lived in Italy, Nepal and Cambodia, and I enjoy the process of making a new home in a new city – the process of discovery, and building a new life.
Writing is strenuous work. How do you keep fit?
Writing is also very desk-bound. I go to the gym to offset the many hours where I hardly move.
What kind of student were you in school?
Very academic, and not particularly popular, I grew up feeling that I connected better with books rather than people.
Looking back to your school days, what are your thoughts about the way English was taught?
I had some excellent teachers, and they were brilliant – I owe them a lot. In respect to the English education system, perhaps we narrow our subject range too much at the age of 16. Aged 16-18 I only studied three subjects – English Literature, Geography and History. Looking back, I could have added another subject.
Do you have any advice for teachers teaching English as a second language in a country like Germany?
My only advice is to be kind to students struggling with pronunciation, it’s always better that a student doesn’t mind making mistakes, rather than being terrified of trying for fear of sounding ridiculous.
How is life as a ‘literary star’? Do you feel that you’re under a lot of pressure to be productive and meet deadlines?
There is pressure, but that is how it should be, I like pressure, but I am keen to resist time pressure – a book needs time and it seems ridiculous to meet a time deadline if the book isn’t ready.
How would you characterize the way you write? As bursts of inspiration or slow, methodical plodding?
Both!
Do you have the plot in mind from the start?
I map it out carefully but as soon as I start writing things always change.
Do you do a lot of editing as you go along?
I rewrite endlessly.
In researching and writing novels set in the Stalinist-era Soviet Union, has your immersion in the mentality and atmosphere of that time affected your personality in any way?
It’s an interesting question. I think it’s made me much less certain of how I would behave in an extreme regime. It’s very hard to know until you’ve lived under those incredible pressures and atmosphere of fear.
Has there been much feedback from Russian readers of your novels? If so, what is the tenor of that response?
The vast majority of it has been incredibly positive. I receive a few emails where they point out some mistakes, which I’m always grateful for. I will feed through those changes into the future editions.
What do you enjoy doing in your free time?
I love movies, reading, theatre – my work is basically the same as my hobbies.
What kinds of music do you like?
All kinds, except I don’t listen to much jazz. Maybe I haven’t been to enough jazz clubs, I’m sure I would love it if I dared to try. I never really had any experience of musical theatre until I saw CHICAGO, and now I really enjoy those big shows.
Thanks, Rob, for this Interview.
Zur Homepage von Tom Rob Smith
Interview Bob Fields
Trout Man: ‘Would trade Obama for Merkel!’
Hi Bob,
Thanks for taking the time to do this interview. We come from the same little town of Houlton, in northern Maine. While I ended up in northern Germany, you settled down in northern New York. Apart from the common denominator ‘northern’, our lives have taken quite different turns. Which is one reason an interview with you will be interesting.
Is it true that you’re known as ‘Trout Man’? Can you explain how you got that name?
Five years ago I started a conservation program in our region for students K-12 (from Kindergarten to grade 12). The program involves bringing trout eggs to a classroom, placing them in a chilled aquarium and “parenting” them until Spring, when they are released as fry. In the process they learn many lessons related to natural selection, water quality, and teamwork. The first class named me Trout Man, I am also known as Trout Dude.
Can you talk a little about your work in schools? What is it exactly you do?
See above. I also visit the schools and give power point presentations on trout habitat, anatomy, aquatic insects, and trout as bioindicators, We also visit streams and capture/identify aquatic insects and other food. In the lower grades (K-2) I read books about trout and how being good stewards of the streams helps to be a good citizen
What do you think the school kids get out of your program?
An awareness of our environment and the need to protect and sustain it. They also learn teamwork, and come to realize that school can be fun, more than just “ book learning” and tests.
Are American schools, in your opinion, functioning well? Do you think the kids are getting a good education?
No. Too many bad teachers able to hold their jobs because of Union Pressure. City schools (public not private) are worse. Pay and advancement is based on seniority not merit. Our kids test far behind most students in the free world.
From what we in Germany learn from the media, the United States appears to be politically paralysed, with the Republicans saying ‘No!’ to almost everything the Democrats want to do. Some pundits talk of a dysfunctional system. What’s your take on the current political and social state of America?
That notion of republicans saying “no” is a democrat talking point picked up by the mostly Liberal European press. If they were only saying “no”, they wouldn’t be so successful. Obama and the Congress pushed through a number of large budget busting programs that even the American people said “no” to. The recent election is evidence of that. I am a conservative, but not an Obama Basher. I, as with most Americans had hopes for him. As it turns out, he is clueless with respect to how to run a country. I even think he dislikes America as it is, and wants to change it to fit his view of what a country should be.
What do you think would be necessary to get the U.S. economy back on its feet?
Cut social spending or cut waste, and cut taxes..maybe a flat tax. Would trade Obama for Merkel!
What is the image of Germany in American media?
Strong, steady, hard working, and ahead of the world scientifically.
What is your personal image of Germany?
Same as above. Very steady, a tad too socialist, but that’s OK.. Beautiful women.. I worked with some in Thailand.
If you had the chance to travel to Germany, what places would you like to see?
Castles.
Several years into your retirement, you recently set yourself the goal of writing books for children. This is very unusual. Can you tell us something about it?
I love to interact with children. As you know. I have had some very different life experiences. I would like to share the lessons learned.
Thanks again for sharing your ideas and experiences with me and my guests, Bob. Good luck with your work – and your book!
Zur Homepage von Bob Fields: Hier klicken!
Interview Chris Paulson
Interview mit Chris Paulson
Chris, how long have you been living in Germany?
About 23 years I think….came over in 1987.
Do you like living in Germany?
There are positive and negative aspects of living in Germany, I’ve enjoyed my life here. The Winters are too cold and long for a California boy.
What led you, an American, to settle in Germany?
I met and married a German woman and we have two sons, 19 and 23 years old.
In your poignant song, ‘Time Does Fly’, you describe your childhood. Was it a happy time for you?
Yes, I feel lucky to have grown up when and where I did. It was a small town on the San Francisco Bay called Fremont, there were empty fields and orchards and a population of about 10,000. Now, I think it’s 300,000, completely covered in concrete, tract homes and shopping malls. I used to come home from school and ride my minibike in the fields, gravel pits and drainage ditches that were just at the end of our street.
We could ride for miles between the San Francisco Bay and the Mission San Jose foothills. Later I became a professional motorcycle racer in California… it was a fantastic time.
In, ‘Street Musician’s Blues’, you describe your life as a street musician as hard, especially in the winter. Does that mean you would rather not have chosen this career?
I have no regrets. I feel lucky to have an occupation where I entertain and make people happy. I had two Spinal Surgeries in 2008, after performing in the cold at the Frankfurt Christmas Market in December 2007, sometimes I would play for 10-12 hours a day. I won’t be doing that anymore. Not going out there unless it’s above freezing!
Your songs suggest that you have a set yearly route as a street musician. If so, where do you go?
I usually play in Germany from March-June and then go to France in July and August, then back to Germany until January, but I will be trying different countries this year. Just got back from Spain.
I have the impression that your career as a songwriter has just begun. How come you waited so long?
I actually started writing in the 1980s and already recorded some of my own songs in 1989. In 1996 I recorded a CD with all my own songs, called “Dreamtown”.
As a street musician I usually do some entertaining with cover song sing a longs. The last couple of years, I’ve been singing my own songs more and more and find that works just as well. If I’m on a big loud street festival, I’ll sing more cover songs because the people want to sing along, but I still sing my own stuff.
Do you keep an eye out for new songs for your repertoire? Can you give an example or two of new songs you’ve covered?
Yes, if a song really moves me, I will perform it if I can perform it with conviction.
The latest cover songs in my repertoire are “Pancho and Lefty” from Townes Van Zant, and “Forever Young” from Bob Dylan
What styles of music do you like? Who are your favorite groups currently?
I like all musical styles, with the exception of bad Techno music…it sometimes sounds like hitting your head against the wall repeatedly. I prefer natural instruments but electronic music can also be done well, if it’s made tastefully.
I listen to a lot of songwriters, Bob Dylan, Tom Waits, Louden Wainwright, Counting Crows, Steve Earl, Townes Van Zandt, Joan Baez, Bill Morissey, Greg Brown… the list goes on forever.
In your touching song, ‘Streets of Frankfurt’, you sing about the lives of tramps. How were you able to describe their lives so realistically?
When I first came to Germany I noticed the people hanging around the Kiosks, drinking beer. When the Berlin wall fell, a lot of people come to the west, there was a whole community living in cars and vans down on the Rhein. I used to sleep in my Van there too sometimes if I was performing on the Frankfurt Zeil the next day.
I was playing a few times a week in Frankfurt back then and there were some people who were living on the streets who would help me, look after my equipment when I went to eat or have a coffee. So, although I never slept on the streets (except once in Berlin in 1988), I have slept in my Van a lot and I did spend a lot of time in that environment, earning my living on the streets.
You singing style and your songs remind me of my favorite musicians, Paul Simon. What do you think of his later solo music (Graceland, Rhythm of the Saints, Capeman, etc.)?
Love it!
Your technique of working the crowd with a basket dangling from the neck of your guitar – was that your own idea or did you copy it from someone else?
It was my idea I think.
Where do you see yourself at this point in your career? Are you becoming more of a studio and concert musician and less of a street musician?
I just keep living from season to season and hope it keeps working so that I have enough to pay the bills. I would like to organise more tour dates and concerts, but I’m too chaotic to organize it all.
The Streets are really difficult now, as it is forbidden to use amplifiers in just about every city in Germany. So basically what I do is illegal, because I don’t perform with out a PA System.
It’s not very inspiring to play when you feel like a hunted man, and always have to look over your shoulder.
What are your hopes for your career?
I love what I do and don’t have any long term goals, it would be nice to do more concerts in cultural centers and Kleinkunst Bühnen where the people come and listen to my songs.
In several of your songs you comment on political and social developments, e.g. in ‘New World Order’. As a native American, what do you think of the present political and social situation in the U.S. ?
Barack Obama’s election has restored some of my faith in the American people, 8 years of George Bush was a nightmare. From my stand point in Europe, The U.S. seems like a strange place, people shooting each other every day, gangs, guns, drugs, and huge gas guzzling cars. I don’t feel alienated when I’m in the U.S. though, I like it there, in California at least, but I’ve gotten used to the slower lifestyle here in Europe, California seems so overcrowded and fast paced.
The song “New World Order” is about how Big Brother is ever more present in our lives, with cameras in the city centers, Swat teams, and the internet, facebook, myspace, the access to your personal information and the ever expanding government control and regulation. 1984 has arrived.
As a street musician, are you eligible for a pension in Germany?
Yes, but it won’t be much, I’ll have to sing until I’m 80. John Lee Hooker did it, I hope can too!
Thanks very much, Chris, for this interview.
To the Homepage of Chris Paulson click here
Trout Man: ‘Would trade Obama for Merkel!’
Trout Man: ‘Would trade Obama for Merkel!’
Hi Bob,
Thanks for taking the time to do this interview. We come from the same little town of Houlton, in northern Maine. While I ended up in northern Germany, you settled down in northern New York. Apart from the common denominator ‘northern’, our lives have taken quite different turns. Which is one reason an interview with you will be interesting.
Is it true that you’re known as ‘Trout Man’? Can you explain how you got that name?
Five years ago I started a conservation program in our region for students K-12 (from Kindergarten to grade 12). The program involves bringing trout eggs to a classroom, placing them in a chilled aquarium and “parenting” them until Spring, when they are released as fry. In the process they learn many lessons related to natural selection, water quality, and teamwork. The first class named me Trout Man, I am also known as Trout Dude.
Can you talk a little about your work in schools? What is it exactly you do?
See above. I also visit the schools and give power point presentations on trout habitat, anatomy, aquatic insects, and trout as bioindicators, We also visit streams and capture/identify aquatic insects and other food. In the lower grades (K-2) I read books about trout and how being good stewards of the streams helps to be a good citizen
What do you think the school kids get out of your program?
An awareness of our environment and the need to protect and sustain it. They also learn teamwork, and come to realize that school can be fun, more than just “ book learning” and tests.
Are American schools, in your opinion, functioning well? Do you think the kids are getting a good education?
No. Too many bad teachers able to hold their jobs because of Union Pressure. City schools (public not private) are worse. Pay and advancement is based on seniority not merit. Our kids test far behind most students in the free world.
From what we in Germany learn from the media, the United States appears to be politically paralysed, with the Republicans saying ‘No!’ to almost everything the Democrats want to do. Some pundits talk of a dysfunctional system. What’s your take on the current political and social state of America?
That notion of republicans saying “no” is a democrat talking point picked up by the mostly Liberal European press. If they were only saying “no”, they wouldn’t be so successful. Obama and the Congress pushed through a number of large budget busting programs that even the American people said “no” to. The recent election is evidence of that. I am a conservative, but not an Obama Basher. I, as with most Americans had hopes for him. As it turns out, he is clueless with respect to how to run a country. I even think he dislikes America as it is, and wants to change it to fit his view of what a country should be.
What do you think would be necessary to get the U.S. economy back on its feet?
Cut social spending or cut waste, and cut taxes..maybe a flat tax. Would trade Obama for Merkel!
What is the image of Germany in American media?
Strong, steady, hard working, and ahead of the world scientifically.
What is your personal image of Germany?
Same as above. Very steady, a tad too socialist, but that’s OK.. Beautiful women.. I worked with some in Thailand.
If you had the chance to travel to Germany, what places would you like to see?
Castles.
Several years into your retirement, you recently set yourself the goal of writing books for children. This is very unusual. Can you tell us something about it?
I love to interact with children. As you know. I have had some very different life experiences. I would like to share the lessons learned.
Thanks again for sharing your ideas and experiences with me and my guests, Bob. Good luck with your work – and your book!
Interview mit Ursel Scheffler
Wie waren Ihre Anfänge als Schriftstellerin?
Als ich (im letzten Jahrtausend!) anfing Kinderbücher zu schreiben, waren Kinder und Bücher mein Lebensmittelpunkt. Und ich bin meiner Leserschaft bis heute treu geblieben. Das Kind in mir schreibt immer weiter…
Mein erstes richtiges Kinderbuch war ein Bilderbuchkrimi: „Kennwort Tomate“, die Geschichte um einen Außenseiter, einen Fremden, den man zu Unrecht verdächtigt, ein „Räuber“ zu sein. Da geht es um Vorurteile und Mobbing in der Gesellschaft. Ein Thema, das leider immer noch sehr aktuell ist und für das man Kinder schon früh sensibilisieren kann
Welche sind, Ihrer Meinung nach, Ihre gelungensten Geschichten?
Kann das ein Autor von sich selbst sagen? Ich möchte keines meiner „Bücherkinder“ zurücksetzen oder vorziehen.
Am bekanntesten sind sicher die Geschichten von Kommissar Kugelblitz, der mich nun seit über 25 Jahren begleitet. Er ist kein cooler Superheld, der alles weiß, sondern er braucht dringend die Mithilfe seiner jungen Leser um die Fälle zu lösen.
(Und die Mithilfe seiner Leser braucht ein Autor schließlich auch immer, wenn er erfolgreich sein will!) Von KK gibt es inzwischen über 40 Bände und er ermittelt auch in fremden Ländern. Da erfährt der junge Leser nebenbei etwas über andere Sprachen (Italienisch, Türkisch, Englisch, Französisch). Und es gibt KK auch als Lizenzausgaben z.B. in Chinesisch, Indonesisch oder Catalan. Das finde ich selbst spannend.
Sie schreiben auch zweisprachige Kinderbücher. Ist das für Sie ein wichtiger Trend?
Die Mehrsprachigkeit ist äußerst wichtig in unserer multikulturellen Gesellschaft und sollte frühzeitig gefördert werden. Jeder weiß, wie aufnahmefähig Kinder schon im Kindergartenalter für eine (oder sogar mehrere) andere Sprachen sind.
Ich halte allerdings den augenblicklichen Trend, deutsche „Erstleser“ für Sprachanfänger in die Lernsprache (z.B. Englisch, Französisch) zu übersetzen, dafür nicht so geeignet. Die Syntax und der Wortschatz eines übersetzten Textes ist in der Regel zu schwer für die Kinder.
Man sollte Originaltexte lesen, z.B. Bilderbücher, Kinderbücher. Und man sollte einfache Texte für die jungen Leser von Muttersprachlern schreiben lassen. Auch Gedichte und Lieder in der Fremdsprache lernen kleine Kinder gern und schnell.
Woran arbeiten Sie zur Zeit?
Kommissar Kugelblitz in New York. Da ist wieder etwas Englisch gefragt.
Und eine Rittergeschichte in der Mut und Heldentum hinterfragt werden und der kleine „Ritter Löwenzahn“ schließlich herausfindet, dass der „Löwenzahn“, der als Trophäe eines angeblichen Kampfes mit wilden Löwen, seit den Kreuzzügen in der Familie verehrt wird, von einer Wildsau stammt.
Und dann entsteht gerade noch eine neue Folge der „Paula“-Reihe.
Was tun Sie, um Ihre Bücher zu promoten?
Ich gehe auf Lesereisen, engagiere mich dabei allgemein sehr für Lesefördermaßnahmen, verkaufe dabei aber prinzipiell keine Bücher. Die Promotion sollte eigentlich vom Verlag kommen. (;-)) Ich habe eine Webseite (www.scheffler-web.de) und beantworte fleißig meine Leserpost.
Hätten Sie aus Ihrem Blickwinkel als Kinderbuch-Autorin Anregungen für Sprachlehrer/innen?
Spannende, lustige Texte, Reime, Lieder aus der Lernsprache verwenden, kleine Szenen aus Bilderbuchtexten spielen, den Spaß am Lernen in den Vordergrund stellen. Man kann wunderbar mehrsprachig lachen!
Schreiben Sie für heutige Kinder anders als Sie für Kinder in der Vergangenheit geschrieben haben?
Dort wo es um die veränderte Umwelt und aktuelle Probleme geht, verändert sich auch der Text. Ein Kommissar verwertet Fingerabdrücke digital und Liebesbriefe werden als E-Mails verschickt, die multimediale Welt bestimmt auch den Kinderalltag mehr. Aber die inneren Probleme oder Konflikte der Kinder sind in etwa gleich geblieben
Sind Sie der Meinung, dass Geschichten bzw. Geschichtenerzählungen genug Raum in den Lehrplänen finden?
Die Präsenz des Kinderbuchs im Unterricht ist besser als früher. Da wurde wenig (bis keine) Kinderliteratur im Deutschunterricht verwendet. Heute steht Kinderliteratur im Lehrplan, aber ist es ist stark lehrerabhängig, wie intensiv Kinderliteratur im Unterricht eingesetzt wird.
Es gibt allerdings kein Verbot im Lehrplan, das Kinderbuch im Unterricht noch mehr zu nutzen. Der Erfolg wird die Lehrer belohnen.
Es gibt Spezial-Verlage (z.B. Hase und Igel Verlag) die den Lehrern Kinderliteratur preiswert als Klassenlektüre anbieten und den Lehrern die Verwendung der Bücher im Unterricht sehr erleichtern, denn sie bieten umfangreiches Begleitmaterial für den Unterricht an.
Also: nicht mehr Raum für Kinderliteratur in den Lehrplänen, sondern in den Herzen der Lehrer.
Wer sind Ihre Lieblingsautoren/innen?
Es sind zu viele!
Wie sehen Sie die Zukunft des gedruckten Buches? Werden Ebooks in absehbarer Zeit die favorisierte Form des Lesens werden?
Hoffentlich nicht für Kinder! Vor allem in die Hand der Erstleser und Bilderbuchkinder gehört ein „richtiges“ Buch. Sie sitzen in der Regel schon viel zu viel vor Bildschirmen.
Aber bestimmt ist das E-Book ein Trend, der sich nicht aufhalten lässt.
Für Fachliteratur ist das E-Book sicher eine große Erleichterung. Wer kann sich die teuren Bücher mit den niedrigen Auflagen sonst leisten?
Für mich ist eine „Non-Book-World“ eine schreckliche Vorstellung. Ich liebe meine Bücherregale. Die Vorstellung, dass stattdessen in Zukunft nur Bildschirme und White Boards an der Wand hängen lässt mich frösteln…
Was sagen Sie zu der oft gehörten Klage, die deutsche Sprache befinde sich im freien Fall?
In die Klage kann ich nicht einstimmen. Sprachen sind immer in Bewegung! Das ist normal. Seit es geschriebene und gedruckte Bücher gibt, ist es für alle Zeiten festgehalten. Kein Römer spricht mehr wie Caesar, kein Engländer wie Shakespeare und kein Deutscher wie Walther von der Vogelweide.
Es ist normal, dass z.B. Fremdwörter oder wissenschaftliche Bezeichnungen Eingang in den Wortschatz finden. Es wird (wie früher) immer verschiedene bildungs- und berufsabhängige Sprachebenen geben. Der Schulhofslang, die Reportersprache, die Ärztesprache, die Baustellensprache, die Beamtensprache, die Fliegersprache etc sind verschiedene Soziolekte.
Es wird auch immer mehr einen Wortschatz mit internationaler Relevanz geben, Begriffe, die man fast überall auf der Welt versteht. (Taxi, Computer, City, Hotel, Tennis, Bar, Snack, Hamburger, Airport, Coke, Bus, Terminal, Boss, Team etc).
Da nähern sich auch entfernte Sprachen, die im Verlauf der Jahrtausende auseinandergedriftet sind, einander wieder an.
Richtig ist, dass mit Sprache nicht immer so umgegangen wird, dass sie der Verständigung dient. Dort wo Sprache nicht so beherrscht wird, dass man seine Meinung und seine Gefühle ausdrücken kann, führt es zu Missverständnissen, Frust, Gewalt. Das fängt schon auf dem Schulhof, in der Familie, an und endet in der Politik.
Daher ist Sprachkultur ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu friedlichem Zusammenleben. Sie ist unabdingbar für ein funktionierendes soziales Umfeld, für Konfliktbewältigung.
Und das Buch als Manifestation dieser Kultur ein wichtiges Gut.
Haben Sie das Gefühl, Sie haben sich als Schriftstellerin weiterentwickelt? Wenn so, woran merken Sie das?
Ich hoffe es! Stillstand wäre Rückschritt. Das „Gespür für Text“ entwickelt sich.
Es fällt mir leichter, Texte für eine bestimmte Zielgruppe, ein bestimmtes Lesealter zu schreiben, Ideen in Worte zu kleiden. Ich muss nicht schreiben, ich darf schreiben und bin froh darüber.
Gibt es Themen bzw. Motive, die in Ihren Geschichten, immer wieder vorkommen?
Sicherlich. Aber die Vielfalt ist in über 300 Büchern zum Glück zu groß um sie aufzuzählen.
Können Sie kurz Ihre Arbeitsweise beim Schreiben beschreiben?
Versuchen kann ich es: Bei langen Geschichten: Ich denke, mache einen Plan, erfinde Namen und Schauplätze und erst wenn die Geschichte halb fertig im Kopf ist, fange ich an zu schreiben.
Bei Kurzgeschichten ist es anders. Da hat man die Pointe im Kopf und schreibt daraufhin zu.
Welche Geschichte würden Sie gern schreiben?
Darüber denke ich gerade nach…
Interview mit Dieter Düwel
Herr Düwel: Sie sind Herausgeber der Fachzeitschrift ‘Englisch betrifft uns‘ für die Sie zusammen mit der Mit-Herausgeberin Jennifer von der Grün regelmäßig Beiträge schreiben. Zudem sind Sie –ebenfalls mit Frau von der Grün – Mitautor von zahlreichen Unterrichtsmaterialien für mehrere Verlage. Man staunt! Wie schaffen Sie es, das alles unter einen Hut zu bringen?
Natürlich bedeuten Herausgeberschaft und Autorentätigkeit neben dem Schulalltag eine zusätzliche Belastung, aber zum einen macht es wirklich großen Spaß und zum anderen arbeite ich ja seit Jahren mit meiner Kollegin Jennifer von der Grün zusammen. Da wir an derselben Schule unterrichten haben wir fast täglich Kontakt und können die freie Zeit zur Besprechung nutzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Teamarbeit erhebliche Zeitersparnis bringt und dass der ständige Gedankenaustausch vor allem das Entwickeln neuer Ideen beschleunigt.
Als Herausgeber von ‚Englisch betrifft uns’, sind Sie ‚mitten drin’, was die neuen Entwicklungen und Trends im Bereich EFL Englisch-Unterricht betrifft. Was sind für Sie die bedeutenden Trends?
Unsere Fachzeitschrift ist sehr praxisorientiert und bietet in erster Linie Unterrichtsmaterialien für die Jahrgangsstufen 9-13 an, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Wir orientieren uns daher an den Lehrplänen der Bundesländer, die ja bekanntlich recht unterschiedlich sind. Trotzdem versuchen wir, sowohl thematisch als auch methodisch ein möglichst breites Spektrum abzudecken. Wir achten auf eine große Textvielfalt, wobei die Aktualität, z.B. bei Zeitungsartikeln oder Romanen, wichtig ist. Im methodischen Bereich legen wir ebenfalls auf Variabilität Wert, wobei die Entwicklung und Förderung unterschiedlicher ‚skills’ breiten Raum einnimmt. Der Trend zu schülerorientierten Arbeitsweisen, wie z.B. das Stationenlernen, wird berücksichtigt. Selbstverständlich hat in den letzten Jahren der Einsatz neuer Medien, vor allem des Internets, an Bedeutung gewonnen, dem wir dadurch Rechnung tragen, dass wir in unserer Rubrik „Media“ Vorschläge zur unterrichtlichen Arbeit mit (elektronischen) Medien vorstellen. Aber auch in fast allen übrigen Beiträgen werden Ideen zur Vertiefung des Themas unter Einbeziehung des Internets präsentiert. Die zweite Ausgabe 2010 von „Englisch betrifft uns“ wird dem Thema „New Media“ gewidmet. Schließlich versuchen wir, das kreative Schreiben zu fördern, das ebenfalls in den vergangenen Jahren in die Curricula – meiner Meinung nach zu Recht – verstärkt einbezogen wurde.
Wie sehen Sie die Rolle der englischen Sprache in der Zukunft? Wird englisch weiterhin so wichtig sein?
Ich bin überzeugt davon, dass die Bedeutung der englischen Sprache noch nie so groß war wie heutzutage und dass sie in der Zukunft noch zunehmen wird. Die Globalisierung und wachsende Mobilität werden zu einer noch stärkeren Kommunikation zwischen den Menschen führen und dabei wird Englisch als ‚lingua franca’ kaum zu ersetzen sein. Die Bedeutung der englischen Sprache wird übrigens auch zunehmend von unseren Schülerinnen und Schülern erkannt. Es kommt in letzter Zeit häufiger vor, dass sie von ihren ‚Kommunikationserlebnissen’, z.B. im Urlaub oder im Rahmen von Schulfahrten, berichten und betonen, wie wichtig es für sie war, sich in der englischen Sprache mitteilen zu können.
Viele Lehrer beklagen den Zerfall der Lesekultur unter Jugendlichen. Wie sind Ihre Beobachtungen, was die Lesekompetenz Ihrer Schüler betrifft?
Ich glaube, dass dieses Thema sehr stark ‚geschlechtsabhängig’ ist. Sowohl in der Schule als auch in meinem privaten Bereich habe ich beobachtet, dass viele Mädchen weiterhin regelmäßig und intensiv lesen, während bei den Jungen der Trend eher zum Gebrauch der elektronischen Medien (z.B. Computerspiele) geht. Ich habe drei Nichten und drei Neffen im schulpflichtigen Alter und habe die Erfahrung gemacht, dass die Mädchen richtige Leseratten sind. Auch in meinen Oberstufenkursen sind es eher die Schülerinnen, die regelmäßig Romane, bisweilen auch in englischer Sprache, lesen. Natürlich machen sich diese Lesegewohnheiten auch im Unterricht bemerkbar. Starke Leserinnen und Leser entwickeln eher Fantasie und Kreativität als Diejenigen, die kaum Kontakt mit Literatur haben. Ich versuche, meinen Schülerinnen und Schülern dieses klar zu machen, indem ich an einen Ausspruch des verstorbenen Ehemanns meiner Kollegin, des bekannten Autors Max von der Grün, erinnere, der sagte, dass man nur gut schreiben kann, wenn man viel liest.
Inwiefern hat die Schulreform Ihren Schulalltag beeinflusst?
Der Begriff ‚Schulreform’ deckt natürlich ein sehr weites Feld ab. Was mir und meinen Kolleginnen und Kollegen in der letzten Zeit besonders aufgefallen ist, sind die Veränderungen durch die zentralen und teilzentralen Prüfungen in den verschiedenen Jahrgangsstufen. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Unterrichtsarbeit ist auf die Vorbereitung auf diese Prüfungen ausgerichtet. Damit bleiben weniger Zeit und Spielraum für die Durchführung interessanter und motivierender Unterrichtsreihen und –sequenzen. Auch die G8-Reform hat ihre Spuren im Englischunterricht hinterlassen, da Themen, Inhalte und Methoden komprimiert werden müssen.
Wie halten Sie es mit Disziplinproblemen im Unterricht?
In den über 30 Jahren meiner unterrichtlichen Tätigkeit habe ich immer gute Erfahrungen damit gemacht, die Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen und vor allem fair zu behandeln. Zweifellos ist es immer schwieriger geworden, mit Disziplinproblemen fertig zu werden, aber gerade deshalb halte ich es für unausweichlich, dass wir den Schülerinnen und Schülern klare Regeln vorgeben bzw. Absprachen mit ihnen treffen, die dann auch eingehalten werden müssen. Beliebigkeit, Unberechenbarkeit und Orientierungslosigkeit erhöhen die Disziplinprobleme.
Könnten Sie, von Ihrer Warte, Englisch Lehrerinnen und Lehrern einige Tipps zur Gestaltung des Unterrichts geben?
Als Herausgeber und Autor von „Englisch betrifft uns“ verweise ich natürlich gern auf die Beiträge und Vorschläge unserer Fachzeitschrift. Wir hoffen, dass wir mit unseren praxisorientierten Artikeln, die von erfahrenen Autorinnen und Autoren geschrieben werden, unseren Kolleginnen und Kollegen die eine oder andere Idee und Hilfestellung für den Unterrichtsalltag liefern können. Wir freuen uns übrigens über konstruktive Anregungen und die Bereitschaft von Autorinnen und Autoren, an den EBU-Ausgaben mitzuarbeiten.
Es ist mir bekannt, dass Sie ein exzellenter Tennisspieler sind. Was fasziniert Sie an Tennis?
Ich wundere mich schon über Ihre Informationsquellen! Die Charakterisierung als ‚exzellenter’ Tennisspieler weise ich natürlich zurück, da meine Mannschaftskollegen nach der einen oder anderen Niederlage anderer Meinung sein würden. Aber es ist richtig, dass ich seit meiner Jugend dem damals noch weißen Filzball nachjage und auch kaum eine interessante Tennisübertragung am Fernseher auslasse; ich würde mich daher schon als ‚Tennisbesessenen’ bezeichnen. Es ist vor allem die Kombination von physischen und mentalen Komponenten, die für mich die Attraktivität dieser Sportart ausmacht; das gilt für Hobbyspieler ebenso wie für Wimbledonsieger. Ich hatte übrigens schon die Gelegenheit, das wichtigste Turnier der Welt an drei Tagen live zu erleben, was wirklich beeindruckend war.
Ich genieße aber auch bei den Mannschaftsspielen das Zusammensein mit meinen Tennisfreunden während und vor allem nach den Spielen.
Außerdem bin ich in der glücklichen Lage, den Sport zusammen mit meiner Frau auszuüben, die ebenfalls eine passionierte Tennisspielerin ist. Entgegen der landläufigen Meinung harmonieren wir im Gemischten Doppel sehr gut und lassen kaum eine Gelegenheit aus, an Mixed-Wettbewerben teilzunehmen.
Mir ist auch bekannt, dass Sie ein sehr engagierter Fan von VFL Bochum sind. Wie finden Sie den neuen Trainer, Heiko Herrlich?
Es ist ja hinlänglich bekannt, dass man als Fan des VfL Bochum leidensfähig sein muss, aber glücklicherweise gibt es trotz einiger Abstiege in die 2. Liga auch zwischendurch Momente, die den Leidensdruck etwas lindern, wie z.B. die zweimalige Teilnahme am UEFA-Cup. Im Moment sieht es mal wieder nicht sehr gut aus, aber vielleicht kann Heiko Herrlich in der Rückrunde für mehr Erfolgserlebnisse sorgen. Ich habe allerdings einige Zweifel, da ich mir nicht vorstellen kann, wie ein Trainer, der bisher Auswahlmannschaften des DFB trainiert hat, eine Bundesligamannschaft im Abstiegskampf der Bundesliga erfolgreich betreuen soll.
Haben Sie einen Lieblingsautor?
Einen absoluten Lieblingsautor habe ich nicht, bin aber ein großer Freund der britischen Kriminalliteratur. In letzter Zeit gefallen mir besonders die Krimis von Peter James und Peter Robinson.
Fühlen Sie sich medienkompetent?
Ich denke, dass ich im Laufe der Zeit eine gewisse Medienkompetenz erworben habe. Ich versuche – teilweise mit Hilfe meiner Schüler – auf dem neuesten Stand zu bleiben und auch diese Medien in meinen Unterricht zu integrieren. Sehr hilfreich ist dabei die Beschäftigung mit dem Thema im Rahmen der Erstellung von zwei Viewfinder-Ausgaben zum Thema ‚Media’ beim Langenscheidt-Verlag zusammen mit meiner Kollegin Jennifer von der Grün gewesen.
Außerdem habe ich mehrfach im Unterricht produktorientiert im Bereich der Medien gearbeitet. Die Produktion von Soap-Episoden, Werbespots und News Programmes war sehr motivierend.
Was machen Sie sonst in Ihrer (knapp bemessenen) Freizeit?
Wie schon erwähnt, nimmt der Sport einen großen Teil meiner Freizeit in Anspruch. Darüber hinaus reise ich gern mit meiner Frau, wobei wir in den letzten Jahren die Insel Rügen als für uns ideales Urlaubsziel entdeckt haben. Die Vielfalt der Insel, aber vor allem die Möglichkeit, mit dem Fahrrad Rügen zu erkunden, beeindruckt uns sehr.
My Star Guest: Stephen Speight
Interview mit Stephen (Would you have marked it Wrong?) Speight

- Stephen Speight

- Stephen Speight
English Teacher, Lecturer, Oberrat TU Dortmund, Author
What made you decide to settle down in Germany?
My wife is German, and we wanted the children (3 and 5 when we emigrated) to end up bilingual, which they have. I came across originally for 3 years but decided to stay as my work as an educational author was getting off with the ground, and I was quite happy in Dortmund. We sold our house in Formby and bought one in the Sauerland when the decision to stay had been taken.
Could you say a little about the stages of your career as a teacher and writer in Germany?
I had 8 years as an English teacher and lecturer at a College of Education before the invitation to come to Germany.
I started as a Lektor, and moved up over the years to Akademischer Rat then Oberrat. The PH in Dortmund turned into a Uni along the way, which was a bonus. I was in charge of the practical language work in English for the whole of my time there, and also taught technical English to mechanical and electrical engineers in the Maschinenbau department (I still sometimes check or translate articles for them). I eventually finished my doctorate on Basic Conversation (for second language learners).
I have helped to write 3 compete generations of English textbooks, mainly for the Hauptschule, plus 20 or so stories at various levels. I am still working for Schöningh on materials for the Oberstufe, most recently (my fifth contribution to their ‘Discover’ series), inevitably, on the environment.
My academic interests were modern English lit., Landeskunde and the teaching of second language conversation. I published various articles on the last two topics in PNU and elsewhere, and did quite a bit of lecturing on them over the years. My big hit was of course, ‘Would you mark it wrong?” with plenty of examples, and quiz material for participants.
Looking back, I can say that the textbook work was very gruelling because the editors at one major publisher always wanted to ‘improve’ the work of the authors. We were often just getting started on a new unit when the previous unit came back full of instructions to modify it according to editorial wishes. There were always deadlines, of course, plus the need to fit in all the Lehrplan requirements (Pensen). By contrast, working for Schöningh is pleasant – they let me put in more or less what I want, and rarely change anything.
Your column, ‘Would you have marked it wrong?’ was a perennial dependable source of advice on grammar for English teachers. I, for one, found it very helpful. What were the grammatical points you were most often asked about?
I turned my column into a book a few years ago. The longest units were those dealing with tense and aspect, singular and plural, determiners (articles etc.), prepositions, German English and translation problems.
Looking back at that column, what do you feel about it now?
I think it was worth doing it – and over the years I received some very nice letters from teachers who felt they had been helped. I tried not to do it in too much of a ‘schoolmasterly’ style, and I think that was appreciated. Perhaps it was an advantage that linguistics had not really been invented when I was a student! English language classes at Oxford were all about learning Anglo-Saxon and reading Beowulf.
You write not only graded school readers but also write and edit a wide variety of educational materials such as workbooks and text collections. Which of these works do you enjoy writing the most?

- The Fjord Murder
Stories and text collections. Workbooks in the series I worked for were generally written by other people. Herr Clemens Radau, who died a few years ago, was brilliant at that kind of material, and at non-boring exercises of all kinds.
What’s in your pipeline?
Time for some fiction!
Can you tell us a little about what you do in your free time?
Sailing in the summer, caravanning out of season (Provence, Costa Brava, Devon and Cornwall), jogging, playing the harpsichord, assisting my wife as the under-gardener – she’s the boss, but we’ve got nearly 2000 square metres, so there’s plenty for both of us. Helps to keep us fit.
You live in Schleswig-Holstein. Do you like it there?
Yes, very much. We are only about 5km. from the sea/our harbour, and the countryside is very attractive up here. There may be a bit of genetic memory involved – this is Angeln, ancestral home of the Anglo-Saxons!
What is your relationship to England?
I very much enjoy visits with the caravan and to my brother and a cousin who lives in Yorkshire, but have no wish to move back. I have always been against the English class system and probably have a chip on my shoulder about it. I went to Marlborough Grammar School, and at the other end of the town was Marlborough College – a leading public school. The College boys could almost have been a different species. Same again in the army (2 years national service), the officers and other ranks business. While I was working for Nato in Fontainebleau I discovered that things were much more relaxed in your army. A very good thing.
What can you say about the current state of English society and culture?
I’ll keep it brief!
The class business and the two education systems which keep it going are a disgrace in my view. I also think Britain should play a much more positive and active role in Europe. On the other hand, the general quality of life, particularly outside big cities, is very pleasant. We are good at small towns and country villages (except where incomers make houses too expensive for the locals – back to the class system again).
Das Interview führte Paul Davenport. Er bedankt sich herzlich für die Beantwortung der Fragen.
My Star Guest: Prof. Dr. Schavan
Interview mit Prof. Dr. Schavan
MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung
Was sind für Sie die wichtigsten Ziele, die Sie in den letzten Jahren als Bildungsministerin erreicht haben? Was sind Ziele, die Sie gern noch erreichen würden?
Bei der Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems sind wir in dieser Legislatur so gut vorangekommen wie nie zuvor. Das spüren wir auch an Reaktionen aus dem Ausland. Deutschland ist das drittbeliebteste Land für ausländische Studierende. Die Exzellenzinitiative wird weltweit als ein außerordentlicher Modernisierungsimpuls wahrgenommen. Der Etat des Bundesbildungsministeriums ist in den vergangenen vier Jahren um 35 Prozent gestiegen – darin eingeschlossen sind noch nicht die 18 Milliarden Euro für die Fortführung des Hochschulpaktes, der Exzellenzinitiative und für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Wir haben damit die größte Wissenschaftsinvestition seit sechzig Jahren auf den Weg gebracht. Gerade in der Krise müssen wir verstärkt auf Bildung und Forschung setzen. Deshalb ist für mich auch der Beginn des Bamberger Bildungspanels, das Bildungsbiographien über einen langen Verlauf untersucht, ein wichtiger Meilenstein. Wir werden damit erfahren, unter welchen Bedingungen Bildungsverläufe erfolgreich sind und welche Risikofaktoren es wann gibt. Mit diesen wissenschaftlichen Ergebnissen können wir zu mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem kommen.
Was ich noch erreichen will, ist ein weiterer Ausbau des Stipendiensystems in Deutschland – gemeinsam mit der Wirtschaft. Wie wir privates Engagement stärker für Bildung und Forschung nutzen können, ist ein Thema, das in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda stehen wird.
Sind Sie mit der Umsetzung der Reform des Gymnasiums zufrieden?
Die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre ist eine wichtige Reform, die entscheidend zur Zukunftsfähigkeit des Bildungsstandortes Deutschland beiträgt. Deutsche Hochschulabsolventen sind im internationalen Vergleich zu alt. Dadurch sind sie auf dem internationalen Arbeitsmarkt benachteiligt. Auch die persönliche Lebensplanung wird dadurch beeinflusst. Der Wunsch nach Familie musste oft lange Zeit zurückgestellt werden. Leider verläuft die Umstellung von neun auf acht Jahre Gymnasium an manchen Stellen nicht so reibungslos, wie es im Interesse der Schülerinnen und Schüler wäre. Die Länder sind gefordert, die Anfangsschwierigkeiten so schnell wie möglich zu beseitigen. Alle Beteiligten müssen gemeinsam neue pädagogische Konzepte des Lernens und Lehrens entwickeln.
Was sagen Sie dazu, dass viele Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer unter den Anforderungen dieser Reform leiden?
Diese wichtige Reform kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen und Schule zum Wohl der Kinder und Jugendlichen neu gestalten. Dafür brauchen wir einen breiten Diskussionsprozess über die pädagogischen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gelingen der Reform. Ohne die Lehrerinnen und Lehrer geht das nicht. Sie sind entscheidender Motor für jegliche Schulentwicklung.
Wie stehen Sie zu der Forderung, dass ein Konfliktmanagement-Training fester Bestandteil der Lehrerbildung angesichts des immer rauer werdenden Klimas in den Schulen werden soll?
Es ist wichtig, Lehrerinnen und Lehrer auf Konflikte im Schulalltag gut vorzubereiten. Dabei hilft auch der kontinuierliche, vertrauensvolle Dialog mit allen am Schulleben Beteiligten und sicherlich auch die Erfahrung im Umgang mit kritischen Situationen. Vor allem ist eine gute Beziehung zwischen Schule und Eltern, als ersten Erziehungsverantwortlichen, unabdingbar. Ob Konfliktmanagement-Training zum festen Bestandteil der Lehrerbildung werden soll, müssen die Länder in Abstimmung mit den Hochschulen und Lehrerverbänden entscheiden.
Viele Lehrerinnen und Lehrer beschweren sich über die enorme Zunahme an Verwaltungstätigkeiten, die sie zu verrichten haben. Wie reagieren Sie darauf?
Die Schule der Zukunft wird selbstständiger sein als früher. Jede Schule wird ihre eigene Biographie schreiben. Immer wichtiger werden die konkreten Bedingungen vor Ort, die Situation in der Kommune, der Austausch mit ortsansässigen Unternehmen, Vertretern von Vereinen und der Kirchen. Das kommt der Qualität des Unterrichts und damit der Qualität von Bildung junger Menschen zugute. Auf der anderen Seite bedeutet mehr Selbstständigkeit unter Umständen auch mehr Aufwand in der Eigenorganisation. Es ist Aufgabe der Schulleitung, für eine gute Balance zwischen Verwaltungstätigkeiten und dem eigentlichen Zentrum des Schullebens – dem Unterricht – zu sorgen.
Was sagen Sie zu der Forderung, dass das Erlernen von Soft Skills, wie z.B. im Bereich der Teamarbeit und der Beratung, mehr Raum in der Lehrerbildung einnehmen soll?
In der Schule der Zukunft wird es neue Arbeits- und Unterrichtsformen geben. Wir werden unseren Umgang mit Zeit neu denken müssen. Die Zeiten des ausschließlichen Frontalunterrichts sind vorbei. Die Pädagogik und die Fachdidaktiken haben zahlreiche, spannende neue Unterrichtsformen entwickelt, in denen Schülerinnen und Schüler besser lernen. Insofern ist es richtig, angehenden Lehrerinnen und Lehrern in der Ausbildung sowohl theoretisch als auch praktisch die vielfältigen Möglichkeiten des Unterrichtens zu vermitteln.
Wie kann aus Ihrer Sicht am besten die Berufseinstiegsphase angehender Lehrer gestaltet werden, damit der sogenannte Praxisschock vermieden werden kann?
Es ist wichtig, dass angehende Lehrer bereits in der Ausbildung Kontakt mit tatsächlichem Schulleben haben. Das können Praktika oder Informationsaufenthalte sein. Auch dem Austausch von erfahrenen Kollegen aus der Schulpraxis mit den Lehrenden an den Hochschulen kommt besondere Bedeutung zu. Schule ist kein abgeschlossenes System, sondern muss sich in die Gesellschaft hinein öffnen. Viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer geben sehr gern ihr Erfahrungswissen an jüngere Kollegen weiter. Dabei können beide Seiten nur gewinnen.
Prof. Dr. Annette Schavan, MdB
Bundesministerin für Bildung und Forschung
Das Interview führte Dr. Paul Davenport. Er bedankt sich bei der Bundesministerin herzlich dafür, dass Sie trotz Ihres vollen Terminkalenders die Fragen ausführlich beantwortet hat.
Anmerkungen zum Interview mit Prof. Schavan? Diskutieren Sie hier mit!
My Star Guest
Jeremy Taylor, writer of graded school readers. To learn more about him, check out his website: www.jeremytaylor.eu
Hello, Jeremy. Can you tell us a little about what you’re doing at the present time?
J: I’m working for NILE. That’s the Norwich Institute for Language Education. I’m working as a teacher trainer with some wonderful teachers from all over the world.
What can you say about your upcoming book ‘Luke’?
J: Not too much at the moment as it hasn’t been published yet. I finished it about a month ago and the few people I’ve shown it to have been impressed so I think it could be something special.
Do you have plans for future projects?
J: Where do I start? I think that e. books will become increasingly important and I want to be ready as the world slowly accepts them. I would hate to curl up with something electronic, I still want a book, but there are many things an e. book can do that a regular book can’t do. Watch this space. Away from work I would love to do more travelling – and would love to visit Argentina. There is so much to see in such a long country.
Who are your favorite comedians?
J: Victoria Wood is probably one of my favourites, though not many people outside Britain will have heard of her. I also like British radio comedy like ‘The Now Show’ and ‘I’m sorry I haven’t a clue’ – which can heard on radio 4 online.
What are your five favorite songs of the past year?
J: Gulp, I hope you aren’t asking me for five songs produced in the past year…Songs that have come to my attention in the last year are:
- Jack Johnson: Good People
- Pink: Dear Mr President
- Christine Aguilera: Beautiful
- Tchaikovsky’s Barcolle
- Green Day: No particular song but I saw a programme about their music and was impressed with their enthusiasm and passion – and the music wasn’t bad either.
Thanks a lot, Jeremy!
P.S. My next star guest is Dr. Annette Schavan!



