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Interview mit Ursel Scheffler

Ursel-1.roter mantelWie waren Ihre Anfänge als Schriftstellerin?
Als ich (im letzten Jahrtausend!) anfing Kinderbücher zu schreiben, waren Kinder und Bücher mein Lebensmittelpunkt. Und ich bin meiner Leserschaft bis heute treu geblieben. Das Kind in mir schreibt immer weiter…
Mein erstes richtiges Kinderbuch war ein Bilderbuchkrimi: „Kennwort Tomate“, die Geschichte um einen Außenseiter, einen Fremden, den man zu Unrecht verdächtigt, ein „Räuber“ zu sein. Da geht es um Vorurteile und Mobbing in der Gesellschaft. Ein Thema, das leider immer noch sehr aktuell ist und für das man Kinder schon früh sensibilisieren kann
Welche sind, Ihrer Meinung nach, Ihre gelungensten Geschichten?
Kann das ein Autor von sich selbst sagen? Ich möchte keines meiner „Bücherkinder“ zurücksetzen oder vorziehen.
Am bekanntesten sind sicher die Geschichten von Kommissar Kugelblitz, der mich nun seit über 25 Jahren begleitet. Er ist kein cooler Superheld, der alles weiß, sondern er braucht dringend die Mithilfe seiner jungen Leser um die Fälle zu lösen.
(Und die Mithilfe seiner Leser braucht ein Autor schließlich auch immer, wenn er erfolgreich sein will!)  Von KK gibt es inzwischen über 40 Bände und er ermittelt auch in fremden Ländern. Da erfährt der junge Leser nebenbei etwas über andere Sprachen (Italienisch, Türkisch, Englisch, Französisch). Und es gibt KK auch als Lizenzausgaben z.B. in Chinesisch, Indonesisch oder Catalan. Das finde ich selbst spannend.
Sie schreiben auch zweisprachige Kinderbücher. Ist das für Sie ein wichtiger Trend?
Die Mehrsprachigkeit ist äußerst wichtig in unserer multikulturellen Gesellschaft und sollte frühzeitig gefördert werden. Jeder weiß, wie aufnahmefähig Kinder schon im Kindergartenalter für eine (oder sogar mehrere) andere Sprachen sind.
Ich halte allerdings den augenblicklichen Trend, deutsche „Erstleser“ für Sprachanfänger in die Lernsprache (z.B. Englisch, Französisch) zu übersetzen, dafür nicht so geeignet. Die Syntax und der Wortschatz eines übersetzten Textes ist in der Regel zu schwer für die Kinder.
Man sollte Originaltexte lesen, z.B. Bilderbücher, Kinderbücher. Und man sollte einfache Texte für die jungen Leser von Muttersprachlern schreiben lassen. Auch Gedichte und Lieder in der Fremdsprache lernen kleine Kinder gern und schnell.
Woran arbeiten Sie zur Zeit?
Kommissar Kugelblitz in New York. Da ist wieder etwas Englisch gefragt.
Und eine Rittergeschichte in der Mut und Heldentum hinterfragt werden und der kleine „Ritter Löwenzahn“ schließlich herausfindet, dass der „Löwenzahn“, der als Trophäe eines angeblichen Kampfes mit wilden Löwen, seit den Kreuzzügen in der Familie verehrt wird, von einer Wildsau stammt.
Und dann entsteht gerade noch eine neue Folge der „Paula“-Reihe.
Was tun Sie, um Ihre Bücher zu promoten?
Ich gehe auf Lesereisen, engagiere mich dabei allgemein sehr für Lesefördermaßnahmen, verkaufe dabei aber prinzipiell keine Bücher. Die Promotion sollte eigentlich vom Verlag kommen. (;-)) Ich habe eine Webseite (www.scheffler-web.de) und beantworte fleißig meine Leserpost.
Hätten Sie aus Ihrem Blickwinkel als Kinderbuch-Autorin Anregungen für Sprachlehrer/innen?
Spannende, lustige Texte, Reime, Lieder aus der Lernsprache verwenden, kleine Szenen aus Bilderbuchtexten spielen, den Spaß am Lernen in den Vordergrund stellen. Man kann wunderbar mehrsprachig lachen!
Schreiben Sie für heutige Kinder anders als Sie für Kinder in der Vergangenheit geschrieben haben?
Dort wo es um die veränderte Umwelt und aktuelle Probleme geht, verändert sich auch der Text. Ein Kommissar verwertet Fingerabdrücke digital und Liebesbriefe werden als E-Mails verschickt, die multimediale Welt bestimmt auch den Kinderalltag mehr.  Aber die inneren Probleme oder Konflikte der Kinder sind in etwa gleich geblieben
Sind Sie der Meinung, dass Geschichten bzw. Geschichtenerzählungen genug Raum in den Lehrplänen finden?
Die Präsenz des Kinderbuchs im Unterricht ist besser als früher. Da wurde wenig (bis keine) Kinderliteratur im Deutschunterricht verwendet. Heute steht Kinderliteratur im Lehrplan, aber ist es ist stark lehrerabhängig, wie intensiv Kinderliteratur im Unterricht eingesetzt wird.
Es gibt allerdings kein Verbot im Lehrplan, das Kinderbuch im Unterricht noch mehr zu nutzen. Der Erfolg wird die Lehrer belohnen.
Es gibt Spezial-Verlage (z.B. Hase und Igel Verlag) die den Lehrern Kinderliteratur preiswert als Klassenlektüre anbieten und den Lehrern die Verwendung der Bücher im Unterricht sehr erleichtern, denn sie bieten umfangreiches Begleitmaterial für den Unterricht an.
Also: nicht mehr Raum für Kinderliteratur in den Lehrplänen, sondern in den Herzen der Lehrer.
Wer sind Ihre Lieblingsautoren/innen?
Es sind zu viele!
Wie sehen Sie die Zukunft des gedruckten Buches? Werden Ebooks in absehbarer Zeit die favorisierte Form des Lesens werden?
Hoffentlich nicht für Kinder! Vor allem in die Hand der Erstleser und Bilderbuchkinder gehört ein „richtiges“ Buch. Sie sitzen in der Regel schon viel zu viel vor Bildschirmen.
Aber bestimmt ist das E-Book ein Trend, der sich nicht aufhalten lässt.
Für Fachliteratur ist das E-Book sicher eine große Erleichterung. Wer kann sich die teuren Bücher mit den niedrigen Auflagen sonst leisten?
Für mich ist eine „Non-Book-World“ eine schreckliche Vorstellung. Ich liebe meine Bücherregale. Die Vorstellung, dass stattdessen in Zukunft nur Bildschirme und White Boards an der Wand hängen lässt mich frösteln…
Was sagen Sie zu der oft gehörten Klage, die deutsche Sprache befinde sich im freien Fall?
In die Klage kann ich nicht einstimmen. Sprachen sind immer in Bewegung! Das ist normal.  Seit es geschriebene und gedruckte Bücher gibt, ist es für alle Zeiten festgehalten. Kein Römer spricht mehr wie Caesar, kein Engländer wie Shakespeare und kein Deutscher wie Walther von der Vogelweide.
Es ist normal, dass z.B. Fremdwörter oder wissenschaftliche Bezeichnungen Eingang in den Wortschatz finden.  Es wird (wie früher) immer verschiedene bildungs- und berufsabhängige Sprachebenen geben.  Der Schulhofslang, die Reportersprache, die Ärztesprache, die Baustellensprache, die Beamtensprache, die Fliegersprache etc sind verschiedene Soziolekte.
Es wird auch immer mehr einen Wortschatz mit internationaler  Relevanz geben, Begriffe, die man fast überall auf der Welt versteht. (Taxi, Computer, City, Hotel, Tennis, Bar, Snack, Hamburger, Airport, Coke, Bus, Terminal, Boss, Team etc).
Da nähern sich auch entfernte Sprachen, die im Verlauf der Jahrtausende auseinandergedriftet sind, einander wieder an.
Richtig ist, dass mit Sprache nicht immer so umgegangen wird, dass sie der Verständigung dient.  Dort wo Sprache nicht so beherrscht wird, dass man seine Meinung und seine Gefühle ausdrücken kann, führt es zu Missverständnissen, Frust, Gewalt. Das fängt schon auf dem Schulhof, in der Familie, an und endet in der Politik.
Daher ist Sprachkultur ein wichtiger Faktor auf dem Weg zu friedlichem Zusammenleben. Sie ist unabdingbar für ein funktionierendes soziales Umfeld, für Konfliktbewältigung.
Und das Buch als Manifestation dieser Kultur ein wichtiges Gut.
Haben Sie das Gefühl, Sie haben sich als Schriftstellerin weiterentwickelt? Wenn so, woran merken Sie das?
Ich hoffe es! Stillstand wäre Rückschritt. Das „Gespür für Text“ entwickelt sich.
Es fällt mir leichter, Texte für eine bestimmte Zielgruppe, ein bestimmtes Lesealter  zu schreiben, Ideen in Worte zu kleiden. Ich muss nicht schreiben, ich darf schreiben und bin froh darüber.
Gibt es Themen bzw. Motive, die in Ihren Geschichten, immer wieder vorkommen?
Sicherlich. Aber die Vielfalt ist in über 300 Büchern zum Glück zu groß um sie aufzuzählen.
Können Sie kurz Ihre Arbeitsweise beim Schreiben beschreiben?
Versuchen kann ich es: Bei langen Geschichten: Ich denke, mache einen Plan, erfinde Namen und Schauplätze und erst wenn die Geschichte halb fertig im Kopf ist, fange ich an zu schreiben.
Bei Kurzgeschichten ist es anders. Da hat man die Pointe im Kopf und schreibt daraufhin zu.
Welche Geschichte würden Sie gern schreiben?
Darüber denke ich gerade nach…

Interview mit Dieter Düwel

Herr Düwel: Sie sind Herausgeber der Fachzeitschrift ‘Englisch betrifft uns‘  für die Sie zusammen mit der Mit-Herausgeberin Jennifer von der Grün regelmäßig Beiträge schreiben. Zudem sind Sie –ebenfalls mit Frau von der Grün – Mitautor von zahlreichen Unterrichtsmaterialien für mehrere Verlage. Man staunt! Wie schaffen Sie es, das alles unter einen Hut zu bringen?
Natürlich bedeuten Herausgeberschaft und Autorentätigkeit neben dem Schulalltag eine zusätzliche Belastung, aber zum einen macht es wirklich großen Spaß und zum anderen arbeite ich ja seit Jahren mit meiner Kollegin Jennifer von der Grün zusammen. Da wir an derselben Schule unterrichten haben wir fast täglich Kontakt und können die freie Zeit zur Besprechung nutzen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Teamarbeit erhebliche Zeitersparnis bringt und dass der ständige Gedankenaustausch vor allem das Entwickeln neuer Ideen beschleunigt.
Als Herausgeber von ‚Englisch betrifft uns’, sind Sie ‚mitten drin’, was die neuen Entwicklungen und Trends im Bereich EFL Englisch-Unterricht betrifft. Was sind für Sie die bedeutenden Trends?
Unsere Fachzeitschrift ist sehr praxisorientiert und bietet in  erster Linie Unterrichtsmaterialien für die Jahrgangsstufen 9-13 an, die direkt im Unterricht eingesetzt werden können. Wir orientieren uns daher an den Lehrplänen der Bundesländer, die ja bekanntlich recht unterschiedlich sind. Trotzdem versuchen wir, sowohl thematisch als auch methodisch ein möglichst breites Spektrum abzudecken. Wir achten auf eine große Textvielfalt, wobei die Aktualität, z.B. bei Zeitungsartikeln oder Romanen, wichtig ist. Im methodischen Bereich legen wir ebenfalls auf Variabilität Wert, wobei die Entwicklung und Förderung unterschiedlicher ‚skills’ breiten Raum einnimmt. Der Trend zu schülerorientierten Arbeitsweisen, wie z.B. das Stationenlernen, wird berücksichtigt. Selbstverständlich hat in den letzten Jahren der Einsatz neuer Medien, vor allem des Internets, an Bedeutung gewonnen, dem wir dadurch Rechnung tragen, dass wir in unserer Rubrik „Media“ Vorschläge zur unterrichtlichen Arbeit mit (elektronischen) Medien vorstellen. Aber auch in fast allen übrigen Beiträgen werden Ideen zur Vertiefung des Themas unter Einbeziehung des Internets präsentiert. Die zweite Ausgabe 2010 von „Englisch betrifft uns“ wird dem Thema „New Media“ gewidmet. Schließlich versuchen wir, das kreative Schreiben zu fördern, das ebenfalls in den vergangenen Jahren in die Curricula – meiner Meinung nach zu Recht – verstärkt einbezogen wurde.

Wie sehen Sie die Rolle der englischen Sprache in der Zukunft? Wird englisch weiterhin so wichtig sein?
Ich bin überzeugt davon, dass die Bedeutung der englischen Sprache noch nie so groß war wie heutzutage und dass sie in der Zukunft noch zunehmen wird. Die Globalisierung und wachsende Mobilität werden zu einer noch stärkeren Kommunikation zwischen den Menschen führen und dabei wird Englisch als ‚lingua franca’ kaum zu ersetzen sein. Die Bedeutung der englischen Sprache wird übrigens auch zunehmend von unseren Schülerinnen und Schülern erkannt. Es kommt in letzter Zeit häufiger vor, dass sie von ihren ‚Kommunikationserlebnissen’, z.B. im Urlaub oder im Rahmen von Schulfahrten, berichten und betonen, wie wichtig es für sie war, sich in der englischen Sprache mitteilen zu können.
Viele Lehrer  beklagen den Zerfall der Lesekultur unter Jugendlichen. Wie sind Ihre Beobachtungen, was die Lesekompetenz Ihrer Schüler betrifft?
Ich glaube, dass dieses Thema sehr stark ‚geschlechtsabhängig’ ist. Sowohl in der Schule als auch in meinem privaten Bereich habe ich beobachtet, dass viele Mädchen weiterhin regelmäßig und intensiv lesen, während bei den Jungen der Trend eher zum Gebrauch der elektronischen Medien (z.B. Computerspiele) geht. Ich habe drei Nichten und drei Neffen im schulpflichtigen Alter und habe die Erfahrung gemacht, dass die Mädchen richtige Leseratten sind. Auch in meinen Oberstufenkursen sind es eher die Schülerinnen, die regelmäßig Romane, bisweilen auch in englischer Sprache, lesen. Natürlich machen sich diese Lesegewohnheiten auch im Unterricht bemerkbar. Starke Leserinnen und Leser entwickeln eher Fantasie und Kreativität als Diejenigen, die kaum Kontakt mit Literatur haben. Ich versuche, meinen Schülerinnen und Schülern dieses klar zu machen, indem ich an einen Ausspruch des verstorbenen Ehemanns meiner Kollegin, des bekannten Autors Max von der Grün, erinnere, der sagte, dass man nur gut schreiben kann, wenn man viel liest.
Inwiefern hat die Schulreform Ihren Schulalltag beeinflusst?
Der Begriff ‚Schulreform’ deckt natürlich ein sehr weites Feld ab. Was mir und meinen Kolleginnen und Kollegen in der letzten Zeit besonders aufgefallen ist, sind die Veränderungen durch die zentralen und teilzentralen Prüfungen in den verschiedenen Jahrgangsstufen. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Unterrichtsarbeit ist auf die Vorbereitung auf diese Prüfungen ausgerichtet. Damit bleiben weniger Zeit und Spielraum für die Durchführung interessanter und motivierender Unterrichtsreihen und –sequenzen. Auch die G8-Reform hat ihre Spuren im Englischunterricht hinterlassen, da Themen, Inhalte und Methoden komprimiert werden müssen.
Wie halten Sie es mit Disziplinproblemen im Unterricht?
In den über 30 Jahren meiner unterrichtlichen Tätigkeit habe ich immer gute Erfahrungen damit gemacht, die Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen und vor allem fair zu behandeln. Zweifellos ist es immer schwieriger geworden, mit Disziplinproblemen fertig zu werden, aber gerade deshalb halte ich es für unausweichlich, dass wir den Schülerinnen und Schülern klare Regeln vorgeben bzw. Absprachen mit ihnen treffen, die dann auch eingehalten werden müssen. Beliebigkeit, Unberechenbarkeit und Orientierungslosigkeit erhöhen die Disziplinprobleme.
Könnten Sie, von Ihrer Warte, Englisch Lehrerinnen und Lehrern einige Tipps zur Gestaltung des Unterrichts geben?
Als Herausgeber und Autor von „Englisch betrifft uns“ verweise ich natürlich gern auf die Beiträge und Vorschläge unserer Fachzeitschrift. Wir hoffen, dass wir mit unseren praxisorientierten Artikeln, die von erfahrenen Autorinnen und Autoren geschrieben werden, unseren Kolleginnen und Kollegen die eine oder andere Idee und Hilfestellung für den Unterrichtsalltag liefern können. Wir freuen uns übrigens über konstruktive Anregungen und die Bereitschaft von Autorinnen und Autoren, an den EBU-Ausgaben mitzuarbeiten.
Es ist mir bekannt, dass Sie ein exzellenter Tennisspieler sind. Was fasziniert Sie an Tennis?
Ich wundere mich schon über Ihre Informationsquellen! Die Charakterisierung als ‚exzellenter’ Tennisspieler weise ich natürlich zurück, da meine Mannschaftskollegen nach der einen oder anderen Niederlage anderer Meinung sein würden. Aber es ist richtig, dass ich seit meiner Jugend dem damals noch weißen Filzball nachjage und auch kaum eine interessante Tennisübertragung am Fernseher auslasse; ich würde mich daher schon als ‚Tennisbesessenen’ bezeichnen. Es ist vor allem die Kombination von physischen und mentalen Komponenten, die für mich die Attraktivität dieser Sportart ausmacht; das gilt für Hobbyspieler ebenso wie für Wimbledonsieger. Ich hatte übrigens schon die Gelegenheit, das wichtigste Turnier der Welt an drei Tagen live zu erleben, was wirklich beeindruckend war.
Ich genieße aber auch bei den Mannschaftsspielen das Zusammensein mit meinen Tennisfreunden während und vor allem nach den Spielen.
Außerdem bin ich in der glücklichen Lage, den Sport zusammen mit meiner Frau auszuüben, die ebenfalls eine passionierte Tennisspielerin ist. Entgegen der landläufigen Meinung harmonieren wir im Gemischten Doppel sehr gut und lassen kaum eine Gelegenheit aus, an Mixed-Wettbewerben teilzunehmen.
Mir ist auch bekannt, dass Sie ein sehr engagierter Fan von VFL Bochum sind. Wie finden Sie den neuen Trainer, Heiko Herrlich?
Es ist ja hinlänglich bekannt, dass man als Fan des VfL Bochum leidensfähig sein muss, aber glücklicherweise gibt es trotz einiger Abstiege in die 2. Liga auch zwischendurch Momente, die den Leidensdruck etwas lindern, wie z.B. die zweimalige Teilnahme am UEFA-Cup. Im Moment sieht es mal wieder nicht sehr gut aus, aber vielleicht kann Heiko Herrlich in der Rückrunde für mehr Erfolgserlebnisse sorgen. Ich habe allerdings einige Zweifel, da ich mir nicht vorstellen kann, wie ein Trainer, der bisher Auswahlmannschaften des DFB trainiert hat, eine Bundesligamannschaft im Abstiegskampf der Bundesliga erfolgreich betreuen soll.
Haben Sie einen Lieblingsautor?
Einen absoluten Lieblingsautor habe ich nicht, bin aber ein großer Freund der britischen Kriminalliteratur. In letzter Zeit gefallen mir besonders die Krimis von Peter James und Peter Robinson.
Fühlen Sie sich medienkompetent?
Ich denke, dass ich im Laufe der Zeit eine gewisse Medienkompetenz erworben habe. Ich versuche – teilweise mit Hilfe meiner Schüler – auf dem neuesten Stand zu bleiben und auch diese Medien in meinen Unterricht zu integrieren. Sehr hilfreich ist dabei die Beschäftigung mit dem Thema im Rahmen der Erstellung von zwei Viewfinder-Ausgaben zum Thema ‚Media’ beim Langenscheidt-Verlag zusammen mit meiner Kollegin Jennifer von der Grün gewesen.
Außerdem habe ich mehrfach im Unterricht produktorientiert im Bereich der Medien gearbeitet. Die Produktion von Soap-Episoden, Werbespots und News Programmes war sehr motivierend.
Was machen Sie sonst in Ihrer (knapp bemessenen) Freizeit?
Wie schon erwähnt, nimmt der Sport einen großen Teil meiner Freizeit in Anspruch. Darüber hinaus reise ich gern mit meiner Frau, wobei wir in den letzten Jahren die Insel Rügen als für uns ideales Urlaubsziel entdeckt haben. Die Vielfalt der Insel, aber vor allem die Möglichkeit, mit dem Fahrrad Rügen zu erkunden, beeindruckt uns sehr.

My Star Guest: Stephen Speight

Interview mit Stephen (Would you have marked it Wrong?) Speight

Stephen Speight
Stephen Speight

English Teacher, Lecturer, Oberrat TU Dortmund, Author

What made you decide to settle down in Germany?

My wife is German, and we wanted the children (3 and 5 when we emigrated) to end up bilingual, which they have.  I came across originally for 3 years but decided to stay as my work as an educational author was getting off with the ground, and I was quite happy in Dortmund.  We sold our house in Formby and bought one in the Sauerland  when the decision to stay had been taken.

Could you say a little about the stages of your career as a teacher and writer in Germany?

I had 8 years as an English teacher and lecturer at a College of Education before the invitation to come to Germany.

I started as a Lektor, and moved up over the years to Akademischer Rat then Oberrat.  The PH in Dortmund turned into a Uni along the way, which was a bonus.  I was in charge of the practical language work in English for the whole of my time there, and also taught technical English to mechanical and electrical engineers in the Maschinenbau department (I still sometimes check or translate articles for them).  I eventually finished my doctorate on Basic Conversation (for second language learners).

I have helped to write 3 compete generations of English textbooks, mainly for the Hauptschule, plus 20 or so stories at various levels.  I am still working for Schöningh on materials for the Oberstufe, most recently (my fifth contribution to their ‘Discover’ series), inevitably, on the environment.

My academic interests were modern English lit., Landeskunde and  the teaching of second language conversation.  I published various articles on the last two topics in PNU and elsewhere, and did quite a bit of lecturing on them over the years. My big hit was of course, ‘Would you mark it wrong?” with plenty of examples, and quiz material for participants.

Looking back, I can say that the textbook work was very gruelling because the editors at one major publisher always wanted to ‘improve’ the work of the authors.  We were often just getting started on a new unit when the previous unit came back full of instructions to modify it according to editorial wishes. There were always deadlines, of course, plus the need to fit in all the Lehrplan requirements (Pensen). By contrast, working for Schöningh is pleasant – they let me put in more or less what I want, and rarely change anything.

Your column, ‘Would you have marked it wrong?’ was a perennial dependable source of advice on grammar for English teachers. I, for one, found it very helpful. What were the grammatical points you were most often asked about?

I turned my column into a book a few years ago.  The longest units were those dealing with tense and aspect, singular and plural, determiners (articles etc.), prepositions, German English and translation problems.

Looking back at that column, what do you feel about it now?

I think it was worth doing it – and over the years I received some very nice letters from teachers who felt they had been helped.  I tried not to do it in too much of a ‘schoolmasterly’ style, and I think that was appreciated.  Perhaps it was an advantage that linguistics had not really been invented when I was a student! English language classes at Oxford were all about learning Anglo-Saxon and reading Beowulf.

You write not only graded school readers but also write and edit a wide variety of educational materials such as workbooks and text collections. Which of these works do you enjoy writing the most?

The Fjord Murder
The Fjord Murder

Stories and text collections.  Workbooks in the series I worked for were generally written by other people. Herr Clemens Radau, who died a few years ago, was brilliant at that kind of material, and at non-boring exercises of all kinds.

What’s in your pipeline?

Time for some fiction!

Can you tell us a little about what you do in your free time?

Sailing in the summer, caravanning out of season (Provence, Costa Brava, Devon and Cornwall), jogging, playing the harpsichord, assisting my wife as the under-gardener – she’s the boss, but we’ve got nearly 2000 square metres, so there’s plenty for both of us. Helps to keep us fit.

You live in Schleswig-Holstein. Do you like it there?

Yes, very much. We are only about 5km. from the sea/our harbour, and the countryside is very attractive up here.  There may be a bit of genetic memory involved – this is Angeln, ancestral home of the Anglo-Saxons!

What is your relationship to England?

I very much enjoy visits with the caravan and to my brother and a cousin who lives in Yorkshire, but have no wish to move back.  I have always been against the English class system and probably have a chip on my shoulder about it.  I went to Marlborough Grammar School, and at the other end of the town was Marlborough College – a leading public school.  The College boys could almost have been a different species.  Same again in the army (2 years national service), the officers and other ranks business.  While I was working for Nato in Fontainebleau I discovered that things were much more relaxed in your army. A very good thing.

What can you say about the current state of English society and culture?

I’ll keep it brief!

The class business and the two education systems which keep it going are a disgrace in my view.  I also think Britain should play a much more positive and active role in Europe.  On the other hand, the general quality of life, particularly outside big cities, is very pleasant.  We are good at small towns and country villages (except where incomers make houses too expensive for the locals – back to the class system again).

Das Interview führte Paul Davenport. Er bedankt sich herzlich für die Beantwortung der Fragen.

My Star Guest: Prof. Dr. Schavan

Interview mit Prof. Dr. Schavan

MdB, Bundesministerin für Bildung und Forschung

M-Foto neu

Was sind für Sie die wichtigsten Ziele, die Sie in den letzten Jahren als Bildungsministerin erreicht haben? Was sind Ziele, die Sie gern noch erreichen würden?

Bei der Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems sind wir in dieser Legislatur so gut vorangekommen wie nie zuvor. Das spüren wir auch an Reaktionen aus dem Ausland. Deutschland ist das drittbeliebteste Land für ausländische Studierende. Die Exzellenzinitiative wird weltweit als ein außerordentlicher Modernisierungsimpuls wahrgenommen. Der Etat des Bundesbildungsministeriums ist in den vergangenen vier Jahren um 35 Prozent gestiegen – darin eingeschlossen sind noch nicht die 18 Milliarden Euro für die Fortführung des Hochschulpaktes, der Exzellenzinitiative und für die außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Wir haben damit die größte Wissenschaftsinvestition seit sechzig Jahren auf den Weg gebracht. Gerade in der Krise müssen wir verstärkt auf Bildung und Forschung setzen. Deshalb ist für mich auch der Beginn des Bamberger Bildungspanels, das Bildungsbiographien über einen langen Verlauf untersucht, ein wichtiger Meilenstein. Wir werden damit erfahren, unter welchen Bedingungen Bildungsverläufe erfolgreich sind und welche Risikofaktoren es wann gibt. Mit diesen wissenschaftlichen Ergebnissen können wir zu mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem kommen.

Was ich noch erreichen will, ist ein weiterer Ausbau des Stipendiensystems in Deutschland – gemeinsam mit der Wirtschaft. Wie wir privates Engagement stärker für Bildung und Forschung nutzen können, ist ein Thema, das in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda stehen wird.

Sind Sie mit der Umsetzung der Reform des Gymnasiums zufrieden?

Die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre ist eine wichtige Reform, die entscheidend zur Zukunftsfähigkeit des Bildungsstandortes Deutschland beiträgt. Deutsche Hochschulabsolventen sind im internationalen Vergleich zu alt. Dadurch sind sie auf dem internationalen Arbeitsmarkt benachteiligt. Auch die persönliche Lebensplanung wird dadurch beeinflusst. Der Wunsch nach Familie musste oft lange Zeit zurückgestellt werden. Leider verläuft die Umstellung von neun auf acht Jahre Gymnasium an manchen Stellen nicht so reibungslos, wie es im Interesse der Schülerinnen und Schüler wäre. Die Länder sind gefordert, die Anfangsschwierigkeiten so schnell wie möglich zu beseitigen. Alle Beteiligten müssen gemeinsam neue pädagogische Konzepte des Lernens und Lehrens entwickeln.

Was sagen Sie dazu, dass viele Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer unter den Anforderungen dieser Reform leiden?

Diese wichtige Reform kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen und Schule zum Wohl der Kinder und Jugendlichen neu gestalten. Dafür brauchen wir einen breiten Diskussionsprozess über die pädagogischen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Gelingen der Reform. Ohne die Lehrerinnen und Lehrer geht das nicht. Sie sind entscheidender Motor für jegliche Schulentwicklung.

Wie stehen Sie zu der Forderung, dass ein Konfliktmanagement-Training fester Bestandteil der Lehrerbildung angesichts des immer rauer werdenden Klimas in den Schulen werden soll?

Es ist wichtig, Lehrerinnen und Lehrer auf Konflikte im Schulalltag gut vorzubereiten. Dabei hilft auch der kontinuierliche, vertrauensvolle Dialog mit allen am Schulleben Beteiligten und sicherlich auch die Erfahrung im Umgang mit kritischen Situationen. Vor allem ist eine gute Beziehung zwischen Schule und Eltern, als ersten Erziehungsverantwortlichen, unabdingbar. Ob Konfliktmanagement-Training zum festen Bestandteil der Lehrerbildung werden soll, müssen die Länder in Abstimmung mit den Hochschulen und Lehrerverbänden entscheiden.

Viele Lehrerinnen und Lehrer beschweren sich über die enorme Zunahme an Verwaltungstätigkeiten, die sie zu verrichten haben. Wie reagieren Sie darauf?

Die Schule der Zukunft wird selbstständiger sein als früher. Jede Schule wird ihre eigene Biographie schreiben. Immer wichtiger werden die konkreten Bedingungen vor Ort, die Situation in der Kommune, der Austausch mit ortsansässigen Unternehmen, Vertretern von Vereinen und der Kirchen. Das kommt der Qualität des Unterrichts und damit der Qualität von Bildung junger Menschen zugute. Auf der anderen Seite bedeutet mehr Selbstständigkeit unter Umständen auch mehr Aufwand in der Eigenorganisation. Es ist Aufgabe der Schulleitung, für eine gute Balance zwischen Verwaltungstätigkeiten und dem eigentlichen Zentrum des Schullebens – dem Unterricht – zu sorgen.

Was sagen Sie zu der Forderung, dass das Erlernen von Soft Skills, wie z.B. im Bereich der Teamarbeit und der Beratung, mehr Raum in der Lehrerbildung einnehmen soll?

In der Schule der Zukunft wird es neue Arbeits- und Unterrichtsformen geben. Wir werden unseren Umgang mit Zeit neu denken müssen. Die Zeiten des ausschließlichen Frontalunterrichts sind vorbei. Die Pädagogik und die Fachdidaktiken haben zahlreiche, spannende neue Unterrichtsformen entwickelt, in denen Schülerinnen und Schüler besser lernen. Insofern ist es richtig, angehenden Lehrerinnen und Lehrern in der Ausbildung sowohl theoretisch als auch praktisch die vielfältigen Möglichkeiten des Unterrichtens zu vermitteln.

Wie kann aus Ihrer Sicht am besten die Berufseinstiegsphase angehender Lehrer gestaltet werden, damit der sogenannte Praxisschock vermieden werden kann?

Es ist wichtig, dass angehende Lehrer bereits in der Ausbildung Kontakt mit tatsächlichem Schulleben haben. Das können Praktika oder Informationsaufenthalte sein. Auch dem Austausch von erfahrenen Kollegen aus der Schulpraxis mit den Lehrenden an den Hochschulen kommt besondere Bedeutung zu. Schule ist kein abgeschlossenes System, sondern muss sich in die Gesellschaft hinein öffnen. Viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer geben sehr gern ihr Erfahrungswissen an jüngere Kollegen weiter. Dabei können beide Seiten nur gewinnen.

Prof. Dr. Annette Schavan, MdB

Bundesministerin für Bildung und Forschung

Das Interview führte Dr. Paul Davenport. Er bedankt sich bei der Bundesministerin herzlich dafür, dass Sie trotz Ihres vollen Terminkalenders die Fragen ausführlich beantwortet hat.

Anmerkungen zum Interview mit Prof. Schavan? Diskutieren Sie hier mit!

My Star Guest

Jeremy Taylor, writer of graded school readers. To learn more about him, check out his website: www.jeremytaylor.eu

meinthepyreneesHello, Jeremy. Can you tell us a little about what you’re doing at the present time?

J: I’m working for NILE. That’s the Norwich Institute for Language Education. I’m working as a teacher trainer with some wonderful teachers from all over the world.

What can you say about your upcoming book ‘Luke’?

J: Not too much at the moment as it hasn’t been published yet. I finished it about a month ago and the few people I’ve shown it to have been impressed so I think it could be something special.

Do you have plans for future projects?

J: Where do I start? I think that e. books will become increasingly important and I want to be ready as the world slowly accepts them. I would hate to curl up with something electronic, I still want a book, but there are many things an e. book can do that a regular book can’t do. Watch this space. Away from work I would love to do more travelling – and would love to visit Argentina. There is so much to see in such a long country.

Who are your favorite comedians?

J: Victoria Wood is probably one of my favourites, though not many people outside Britain will have heard of her. I also like British radio comedy like ‘The Now Show’ and ‘I’m sorry I haven’t a clue’ – which can heard on radio 4 online.

What are your five favorite songs of the past year?

J: Gulp, I hope you aren’t asking me for five songs produced in the past year…Songs that have come to my attention in the last year are:

  1. Jack Johnson: Good People
  2. Pink: Dear Mr President
  3. Christine Aguilera: Beautiful
  4. Tchaikovsky’s Barcolle
  5. Green Day: No particular song but I saw a programme about their music and was impressed with their enthusiasm and passion – and the music wasn’t bad either.

Thanks a lot, Jeremy!

P.S. My next star guest is Dr. Annette Schavan!